Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut

Vermehrung von Sommergetreide, Gräsern, Leguminosen und Ölpflanzen 2026

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Die Vermehrungsfläche von Sommergetreide in Niedersachsen beträgt in diesem Jahr 2.454 ha und hat sich damit von 2.566 ha im Vorjahr um 4,4 % leicht verringert. Die Gräser-Vermehrung ist im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 % leicht ausgeweitet worden und beträgt 3.221 ha. Die Vermehrung von Leguminosen hat gegenüber dem Vorjahr um 12,7 % deutlich zugenommen.

Vermehrung von Futtererbsen
Vermehrung von FuttererbsenEric Preuß
Bis Ende April mussten die Anmeldungen für die Vermehrung der Arten der Sommerungen bei der Anerkennungsstelle in Hannover vorliegen. Dazu zählt das gesamte Sommergetreide, wie auch Leguminosen, einschließlich des Überwinterungsanbaus wie z.B. zunehmend bei Ackerbohnen. Weiter zählen dazu Gräser und Ölpflanzen sowie andere Futter- und Gründüngungspflanzen wie z.B. Ölrettich und Phazelia. Erst später noch angemeldet werden können Weidelgräser, Rotklee und Luzerne, wenn die Samennutzung erst mit dem zweiten Schnitt erfolgen soll. Anmelder sind die Züchter bzw. Sortenschutzinhaber oder von diesen beauftragte Vertriebsfirmen. Bei Sorten ohne Sortenschutzinhaber in Deutschland melden ggf. Vertriebsfirmen in eigener Verantwortung die Vermehrungen an. Da erfahrungsgemäß auch nach den vorgegebenen Terminen Nachmeldungen von Vermehrungsvorhaben erfolgen und auch bei der Feldbesichtigung vom Feldbesichtiger noch Flächenänderungen festgestellt werden können, handelt es sich bei allen hier genannten Flächenangaben um vorläufige Werte.

Die Vermehrung von Sommergerste in Niedersachsen hat um 86 ha gegenüber dem Vorjahr abgenommen und beläuft sich auf 1.151 ha. Bedeutendste Sorte ist hier LG Caruso mit 477 ha, gefolgt von der zuvor 4 Jahre führenden Sorte Lexy mit 321 ha. Die Vermehrung von Sommer-Hafer bleibt weiter stabil mit 623 ha. Bedeutendste Sorte ist nun Karl mit 220 ha, gefolgt von der 15 Jahre lang dominierenden Sorte Max mit 166 ha. Sommerweizen wird im Umfang von 243 ha vermehrt. Die Vermehrung der „kleinen“ Sommer-Wechselformen von Roggen und Triticale erfolgt im Umfang von 69 bzw. 108 ha.

In den Tabellen für die sechs vermehrten Sommergetreidearten, siehe angefügte Datei Sorten, sind die Vermehrungsflächen aller Sorten mit einer (in 2026 vorläufigen) Vermehrungsfläche von 10 ha oder mehr genannt. Aufgrund der klimatischen Anforderungen werden bisher Sommer-Hartweizen sowie Hirse und Mais nicht in Niedersachsen vermehrt.

Vermehrung von Deutschem Weidelgras
Vermehrung von Deutschem WeidelgrasEric Preuß
Die Vermehrung von Gräsern hat in Niedersachsen weiter leicht zugenommen auf nunmehr 3.221 ha. In der Tabelle, siehe angefügte Datei Futterpflanzen, sind alle vermehrten Arten dargestellt; beim Deutschen Weidelgras als bedeutendster Art hat die Vermehrung um 226 ha zugenommen. Insgesamt beträgt der Anteil von Weidelgräsern 98,5 % der Grassamenvermehrung in Niedersachsen. Die Vermehrung von Leguminosen hat insgesamt zugenommen, bei Kleinkörnigen Leguminosen um 85 ha auf 381 ha sowie bei Großkörnigen Leguminosen um 174 ha auf 1.927 ha. Die Vermehrungsflächen der übrigen Fruchtarten sind ebenfalls in den Tabellen dargestellt. Unter den sonstigen Arten sind z. B. Zucker- und Futterrüben zu finden. Bei Rübensamen findet unter unseren klimatischen Bedingungen keine Produktion von Zertifiziertem Saatgut statt, es werden nur hohe Stufen auf kleinen Zuchtgartenflächen vermehrt.

 

Rotklee-Vermehrung
Rotklee-VermehrungEric Preuß
Die Produktion ökologisch erzeugten Saatguts weist bei Sommergetreide einen relativ hohen Anteil aus: 788 ha von 2.454 ha Gesamtvermehrungsfläche also rund ein Drittel werden ökologisch vermehrt, bei Wintergetreide dagegen sind es nur knapp 11 %. Bei Leguminosen werden mit 974 ha sogar 42 % der Gesamtvermehrung von 2.308 ha ökologisch vermehrt. Im Gräserbereich werden lediglich 191 ha und damit 5,9 % ökologisch vermehrt.