Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut

Vermehrung von Sommergetreide, Gräsern, Leguminosen und Ölpflanzen 2022

Webcode: 01040678

Sommergetreide wird in Niedersachsen mit einer Fläche von 2.514 ha in etwa demselben Umfang vermehrt wie im Vorjahr. Die Gräser-Vermehrung dagegen wurde vermindert um 16,7 % auf 4.505 ha. Winterraps wird um mehr als die Hälfte weniger vermehrt. Die Vermehrung von Leguminosen dürfte auf demselben Niveau des Vorjahres von knapp 1.800 ha erfolgen.

Vermehrung von Futtererbsen
Vermehrung von FuttererbsenEric Preuß
Für die Vermehrung der Arten der meisten Sommerungen mussten die Anmeldungen bis zum 30. April bei der Anerkennungsstelle in Hannover vorliegen. Dazu zählen das gesamte Sommergetreide,  Leguminosen (außer Überwinterungsanbau wie z.B. zunehmend bei Ackerbohnen sowie Rotklee und Luzerne zur Nutzung des zweiten Samenschnitts), Gräser (außer Weidelgräser zur Nutzung des zweiten Samenschnitts), Ölpflanzen ohne Überwinterungsanbau sowie andere Futter- und Gründüngungspflanzen wie z.B. Ölrettich und Phazelia. Die Anmeldetermine sind vom Anmelder im Grundsatz einzuhalten, denn sie ergeben sich unmittelbar aus der deutschen Saatgutverordnung. Anmelder sind die Züchter bzw. Sortenschutzinhaber oder von diesen beauftragte Vertriebsfirmen. Bei Sorten ohne Sortenschutzinhaber in Deutschland melden ggf. Vertriebsfirmen in eigener Verantwortung die Vermehrungen an. Da erfahrungsgemäß auch nach den vorgegebenen Terminen Nachmeldungen von Vermehrungsvorhaben erfolgen und auch bei der Feldbesichtigung vom Feldbesichtiger noch Flächenänderungen festgestellt werden, handelt es sich bei allen hier genannten Flächenangaben um vorläufige Werte.

Ökologische Vermehrungen müssen dieselben Anforderungen erfüllen wie konventionelle Vermehrungsbestände  - GS_Eunova_Öko
Ökologische Vermehrungen müssen dieselben Anforderungen erfüllen wie konventionelle Vermehrungsbestände - GS_Eunova_ÖkoEric Preuß
Die Vermehrung von Sommergerste in Niedersachsen hat um 163 ha gegenüber dem Vorjahr zugenommen und beläuft sich auf 1.249 ha. Bedeutendste Sorte ist hier Lexy mit 331 ha, gefolgt von Prospect mit 182 ha. Die Vermehrung von Sommer-Hafer ist zurückgegangen um 147 ha auf 582 ha; bedeutendste Sorte im zwölften Jahr in Folge ist Max mit 275 ha. Sommerweizen wird im Umfang von 380 vermehrt. Die Vermehrung der „kleinen“ Sommer-Wechselformen von Triticale und Roggen erfolgt im Umfang von 75 bzw. 59 ha. Nicht mehr vermehrt wird Sommer-Spelzweizen.
In den Tabellen für die sechs vermehrten Sommergetreidearten sind die Vermehrungsflächen aller Sorten mit einer (in 2022 vorläufigen) Vermehrungsfläche von 10 ha oder mehr genannt. 
Aufgrund der klimatischen Anforderungen werden bisher nicht vermehrt in Niedersachsen Sommer-Hartweizen sowie Hirse und Mais.


Vermehrung von Einjährigem Weidelgras
Vermehrung von Einjährigem WeidelgrasEric Preuß
Die Vermehrung von Gräsern hat in Niedersachsen mit 4.505 ha abgenommen gegenüber dem Vorjahr um rund um 903 ha. In der Tabelle sind alle Arten dargestellt; erheblich vermindert wurde die Vermehrung von Welschem Weidelgras. Die Vermehrung von Großkörnigen Leguminosen mit insgesamt 1.458 ha bewegt sich auf dem Niveau des Vorjahres. Kleinkörnige Leguminosen werden auf 252 ha vermehrt, wobei bei Rotklee für den 2. Schnitt der Anmeldeschluss noch nicht erreicht ist. 


Die Vermehrungsflächen der übrigen Fruchtarten sind ebenfalls in den Tabellen dargestellt. Bei den Ölfrüchten wird Winterraps deutlich weniger vermehrt. Im Umfang von mittlerweile 48 ha erfolgt die Vermehrung von Sojabohnen. Unter den sonstigen Arten sind Phazelia und Ölrettich sowie Zucker- und Futterrüben zu finden. Bei Rübensamen findet unter unseren klimatischen Bedingungen keine Produktion von Zertifiziertem Saatgut statt, es werden nur hohe Stufen auf kleinen Zuchtgartenflächen vermehrt.
 

Kontakte

Dipl.-Ing. agr.
Dr. sc. agr. Matthias Benke

Leiter Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut

0511 3665-4370

0152 5478 2474

matthias.benke~lwk-niedersachsen.de


Eric Preuß

Anerkennung von Saat- und Pflanzgut

0511 3665-4353

01525 4782 173

eric.preuss~lwk-niedersachsen.de

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